mündliche Prüfungsfragen Heilpraktikerprüfung

 

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen Fragen vor, die in mündlichen Heilpraktiker Prüfungen gestellt wurden.

Die Fragen wurden uns freundlicherweise von Prüflingen der mündlichen Heilpraktikerprüfung zur Verfügung gestellt.

 

Wir stellen Ihnen die Frage, die Antwort zur Frage ist zunächst „unsichtbar“.
Es ist eine gute Übung die Fragen erst einmal selber zu beantworten und wo immer es Ihnen möglich ist, am besten laut aussprechen.

 

Frage 1: was ist eine Perikarditis?

Bei der Perikarditis ist der um das Herz gelegene Herzbeutel – das Perikard – entzündet. Die Perikarditis kann als trockene Perikarditis (Perikarditis sicca) sowie mit einem Erguss vorkommen. Man spricht im letzten Fall von einer feuchten Perikarditis oder einer Perikarditis exsudativa.

 

 

Frage 2: Welche Ursachen liegen meist einer akuten Pankreatitis zu Grunde?

 

Bei einer akuten Pankreatitis dominieren zwei Hauptursachen:

 

Abusus von Alkohol

Erkrankungen der Gallenwege (z.B. Verschluss durch Gallenstein an der Papilla vateri)

 

seltenere Ursache sind:

Infektionen wie Hepatitis, Scharlach, Mumps

 

Traumen (ERCP, Operation, Oberbauch-Trauma...)

Medikamente: Zytostatika....

Tumore, Steine im Pankreasgang...

Näheres zur Pankreatitis:  http://heilberufe-ausbildung.de/Pankreas/pankreatitis.htm

 

 

Frage 3: wie hoch ist bei einem gesunden Erwachsenen der Bilirubinwert im Blut und woran erkennen Sie bei einer Untersuchung zuerst, dass der Bilirubinwert erhöht ist?

Der Normwert von Bilirubin beträgt 1,0 mg/ dl. Eine Erhöhung des Bilirubinwerte erkennt man zuerst an der gelblichen Verfärbung der Skleren. Dies Skleren sind das Weiße im Auge!

 

 

Frage 4: was versteht man unter dem kritischen Herzgewicht?

Ein Herzgewicht ab etwa 500 g bezeichnet man als kritisches Herzgewicht. Bei diesem Gewicht können die Herzkranzgefäße das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen.

 

Näheres zum Aufbau des Herzens: http://www.heilberufe-ausbildung.de/Herz/Herz.htm

 

 

Frage 5: Welche typischen Symptome erwarten Sie bei einem Herzinfarkt?

Im typischen Fall ist das Leitsymptom des Herzinfarktes der akut einsetzende Schmerz im Brustraum (hinter dem Brustbein) der länger als 15 - 30 Minuten dauert!  (dieses Symptom haben etwas 2/3 der Infarkt-Patienten). Diese Schmerzen strahlen oft in Arme, Schulterblatt, Hals und Kiefer aus.

weitere typische Symptome des Herz-Infarktes sind:

 

starkes Gefühl der Enge im Brustraum, auch als Druckgefühl geschildert

Atemnot

kalter Schweiß

blasse und fahle Gesichtsfarbe

Atemnot und Angst

Übelkeit, Erbrechen Oberbauchschmerzen (besonders bei Hinterwand-Infarkt)

 

Näheres zum Herzinfarkt: http://www.heilberufe-ausbildung.de/Herz/Herzinfarkt.htm

 

 

Frage 6: Zu welchen Folgen führt ein Reflux von Magensaft in die Speiseröhre?

Der Reflux führt in vielen Fällen zu einer Entzündung der Speiseröhre, die man Refluxösophagitis nennt.

Näheres zum Reflux: http://www.heilberufe-ausbildung.de/Speiseroehre/Reflux.htm

 

 

Frage 7: Der Prüfer fragt Sie in einer mündlichen Heilpraktikerprüfung: an welche Erkrankung sollten Sie denken, wenn Sie zu einem Hausbesuch bei einem 40-jährigen Mann gerufen werden, der am Vortag aus Brasilien zurückgekehrt ist und der über hohes Fieber und extrem starke Knochenschmerzen klagt?

Bei dieser Vorgeschichte und der Symptomatik sollten Sie unbedingt an die Möglichkeit eines Denguefiebers denken. Denguefieber wird im deutschen Sprachraum auch manchmal wegen der sehr starken Knochenschmerzen als Knochenbrecherfieber bezeichnet.

Näheres zum Denguefieber:  http://heilberufe-ausbildung.de/Infektionskrankheiten/Dengue_Fieber.html

 

 

Frage 8: In welcher Situation sollten Sie das Prehn-Zeichen prüfen?

Das Prehn Zeichen ist hilfreich zur Unterscheidung einer Hodenentzündung und einer Hodentorsion.

Zur Prüfung des Prehn-Zeichens heben sie den erkrankten Hoden an. Bei einer Epididymitis (Entzündung des Nebenhodens) führt dies zu einer Abnahme des Schmerzes. Bei einer Hodentorsion ändert sich durch Anheben des Hodens der Schmerz nicht oder wird gar stärker.

Näheres zur Entzündung des Hodens und Nebenhodens: http://heilberufe-ausbildung.de/Geschlechtsorgane/Orchitis.html

 

 

Frage 9: welche drei klassischen Symptome erwarten Sie bei einem Morbus Reiter?

reaktive Arthritis (Gelenkschwellung)

Urethritis

Konjunktivitis/Uveitis. (Augenentzündungen)

Näheres zum Morbus Reiter: http://heilberufe-ausbildung.de/Orthopaedie/Reiter.html

 

 

Frage 10: welche Veränderung liegt einem Typ 1 Diabetes zu Grunde?

Beim Diabetes mellitus Typ 1 besteht ein absoluter Insulinmangel. Meist kommt der absolute Insulinmangel durch ein Absterben der insulinproduzierenden Zellen im Inselorgan zu Stande. Beim Diabetes mellitus Typ 1 findet man häufig Autoantikörper, die gegen die insulinproduzierenden Zellen der Langerhans-Inseln gerichtet sind.

Näheres zum Diabetes mellitus Typ 1:

http://heilberufe-ausbildung.de/Pankreas/Diabetes_mellitus_Typ1.htm

 

 

Frage 11: welche drei Symptome sind für eine Menière-Erkrankung typisch?

Hörverlust,

Schwindel,

Tinnitus (Hörgeräusche).

Näheres zur Menière-Erkrankung auf:

http://heilberufe-ausbildung.de/Sinnesorgane/Meniere.html

 

 

Frage 12: was versteht man unter einem Katarakt?

Der Fachausdruck Katarakt wird im deutschen Sprachraum auch mit grauer Star übersetzt.

Kennzeichnend für den Katarakt ist die Trübung der Augenlinse. Bei einem Patienten mit fortgeschrittenem Katarakt kann man die grau getrübte Linse hinter der Pupille bereits gut erkennen.

Näheres zum Katarakt finden Sie auf:

http://heilberufe-ausbildung.de/Sinnesorgane/grauer_Star.html

 

 

Frage 13: wie wird besondere Form eines Darmverschlusses bezeichnet, bei der der Stuhl infolge eines mechanischen Hindernis (zum Beispiel Tumor) nicht mehr weitertransportiert wird?

Mechanischer Ileus.

Der Gegensatz zum mechanischen Darmverschluss (Ileus) ist der funktionelle Darmverschluss, dem man auch als paralytischen Ileus bezeichnet.

Näheres zum Ileus finden Sie unter:

http://heilberufe-ausbildung.de/Magen/Ileus.html

 

 

Frage 14: Was versteht man unter Inkubationszeit?

Unter Inkubationszeit versteht man die Zeit von Kontakt mit dem Erreger bis zu Auftreten erster Symptome!

(Für die Tuberkulose beträgt beispielsweise die Inkubationszeit mehrere Wochen bis Monate).

 

 

Frage 15: Was versteht man unter einem Ikterus?

Einen Ikterus bezeichnet man umgangssprachlich als Gelbsucht.

Der Ikterus ist eine Erhöhung des Bilirubins im Blut mit Ablagerung des Farbstoff Bilirubins in Haut und Schleimhäute. Normalerweise liegt der Bilirubinwert im Blut unter 1 mg/dl.

 

 

Frage 16: Welche Wirkung hat Insulin auf den Kohlenhydratstoffwechsel?

Insulin fördert die Glukoseaufnahme in die Körperzellen.

Insulin fördert in Leber und Muskel zusätzlich auch die Speicherung von Glukose. Die Speicherform der Glukose heißt Glykogen.

In der Leber hemmt Insulin auch den Glykogenabbau und damit die Glukoseneubildung.

 

 

Frage 17: Wie würden Sie einen diabetischen Patienten beurteilen, der einen HbA1c Wert von 8,5 hat?

Der HbA1c-Wert ist das Langzeitgedächtnis des Blutzuckerspiegels. Dieser Wert wird zur Verlaufskontrolle - ich wiederhole, zur Verlaufskontrolle - und nicht zur Diagnosestellung, des Diabetes verwendet.

Der HbA1c Wert ist ein gutes Maß dafür, wie sehr beispielsweise ein Diabetiker die Empfehlungen zur Diät einhält oder wie gut er auch auf therapeutische Maßnahmen, wie Insulingaben und dergleichen anspricht. Optimal sollte der HbA1c-Wert bei etwa 6 oder knapp darüber liegen. Ein Wert über 7 oder gar 8 dokumentiert eine schlechte Einstellung des Diabetes mellitus.

Näheres zum Diabetes mellitus: 

http://heilberufe-ausbildung.de/Pankreas/Diabetes_mellitus_Typ2.htm

 

 

Frage 18: Welche Gefahr droht, wenn eine Arterititis temporalis nicht rechtzeitig erkannt wird?

Die Arteriitis temporalis ist eine entzündliche Erkrankung der Schläfenarterie. Wird diese Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, so droht die Erblindung auf dem betreffenden Auge.

Näheres zur Arteriitis temporalis finden Sie unter: http://heilberufe-ausbildung.de/Notfaelle/Arteriitis_temporalis.html

 

 

Frage 19: Was versteht man unter einem Wilms-Tumor?

Der Wilms-Tumor wird auch Nephroblastom genannt. Es handelt sich dabei um einen malignen Tumor der Niere im Kindesalter.

Die meisten Nephroblastome (Wilms-Tumore) werden meist durch eine schmerzlose Zunahme des Bauchumfangs entdeckt. Beim Wilms-Tumor kann es auch zu der Vergrößerung einer Körperhälfte kommen.

Auch am Auge kann der Wilms-Tumor zu Veränderungen führen. Man beobachtet dann eine Hypoplasie der Regenbogenhaut am Auge.

 

 

Frage 20: Was versteht man unter einer Scabies?

Die Scabies wird im deutschen auch als Krätze bezeichnet. Die Krätze wird von Milben verursacht. Milben sind Spinnentiere. Der Erreger der Scabies bezeichnet man präzise als Krätzmilbe.

Näheres zur Scabies finden Sie unter:

http://heilberufe-ausbildung.de/Infektionskrankheiten/Scabies.html

 

 

Frage 21: Auf welche Weise wird in aller Regel eine Hepatitis A erworben?

Die Übertragung einer Hepatitis A erfolgt nahezu immer fäkal-oral. Etwa 1/3 der Hepatitis A Erkrankungen wird auf einer Reise erworben. Die Hepatitis A ist in Süd-Europa und auch in den Tropen weit verbreitet!

Dabei ist mit dem Begriff  "Übertragung fäkal-oral" gemeint, dass das Hepatitis A -Virus mit Nahrungsmitteln aber auch durch mit Hepatitis A Viren verschmutztes Wasser übertragen wird.

 

 

Frage 22: Was versteht man unter Nykturie?

Unter Nykturie versteht man das gehäufte nächtliche Wasserlassen.

Eine Nykturie ist typisch für eine vergrößerte Prostata (Prostatahypertrophie) aber auch für eine Herzinsuffizienz.

 

 

Frage 23: Wie prüft man das Lhermitte-Zeichen und welche Bedeutung kommt dem Lhermitte-Zeichen zu?

Das Lhermitte-Zeichen prüft man, indem man den Kopf des Patienten nach vorne beugt. (Das Kinn des Patienten soll zum Brustbein bewegt werden).

Das Lhermitte-Zeichen ist positiv, wenn der Patient über Missempfindungen (Parästhesien) in den Extremitäten oder im Rumpf berichtet. Unter anderem kann das Lhermitte-Zeichen bei Patienten mit multipler Sklerose positiv sein.

 

 

Frage 24: Was versteht man unter Anasarka?

Anasarka sind Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen) am Rücken, Gesäß und an den Flanken.

Kommt es bei Patienten aus unterschiedlichen Gründen – zum Beispiel bei Herzinsuffizienz – zu Flüssigkeitsansammlungen, so beobachtet man diese bei mobilen Patienten zuerst an den Knöcheln. Bei bettlägerigen Patienten entstehen die Ödeme jedoch am Rücken, Gesäß und an den Flanken. (Anasarka)

 

 

Frage 25: Was ist eine Grünholzfraktur?

Eine Grünholzfraktur beobachtet man im Kindesalter. Hierbei sind am Knochen die Kortikalis (Knochenrinde) und das Innere des Knochens – die Spongiosa – frakturiert; hingegen ist die äußere Knochenhaut (das Periost) erhalten.

Im Kindesalter ist die Knochenhaut (das Periost) sehr stark ausgebildet. (Der Name Grünholz-Fraktur soll an einen grünen jungen Ast erinnern, der - wenn man ihn bricht - zwar im Holz bricht, aber in der äußeren Hülle intakt bleibt).

Näheres zu Frakturen finden Sie unter:

http://heilberufe-ausbildung.de/Knochen_Gelenke/Frakturen.htm

 

Frage 26: Welche drei Substanzen regeln den Kalziumspiegel im Blut?

Parathormon, (aus der Nebenschilddrüse)

Calcitonin,  (aus der Schilddrüse)

Vitamin D (stammt aus der Nahrung und wird in die aktive Form durch Sonnenlicht umgewandelt)

 

Frage 12 – 02.12.19: Einer der Risikofaktoren für eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) ist der vesikouretrale Reflux. Was verstehen Sie unter einem vesikouretralen Reflux?

 

Beim vesikouretralen Reflux kommt es zum Rückfluss des Harns aus der Harnblase in den Harnleiter (Ureter). Dies begünstigt bei einem Blaseninfekt das Aufsteigen von Bakterien bis ins Nierenbecken. (Pylon).